Freitag, 13. August 2010

Das Warten hat ein Ende



Lange musste sich die Menschheit gedulden, Gerüchte und Legenden wurden von Generation zu Generation weitererzählt... (ist das etwas zu übertrieben?)...

...Egal! Hauptsache ist, dass einige Geheimnisse am 9. September gelüftet werden. Wir freuen uns darauf, Euch einige Erlebnisse und Geschichten (und öppä en Seich) zu erzählen. Um 20 Uhr beginnt der Spass im Restaurant Sonne in Krummenau!
See you there!!!

Dienstag, 13. Juli 2010

Time to say goodbye




Wie schnell doch die Zeit vergeht... Was macht man in Kenia? Natürlich was alle machen; Safari! Allerdings nur fuer einen Tag, aber wir sahen trotzdem ganz viele Wildtiere, von Antilopen ueber Bueffel und Nashoerner bis Zebras. Als naechstes machten wir einen Abstecher in den Regenwald. Schade dass hier in Kenia nur noch ein ganz kleines Stueck davon uebrig ist, der ganze Rest ist entweder in Rauch aufgegangen oder steht als Salontisch in unseren Wohnzimmern... Weiter ging es nach Nairobi. Genauer gesagt in die "Jungle Junction", einem bekannten Overlander-Treffpunkt. Und dort kamen sich unseretwegen einige Leute ziemlich verarscht vor. Wieso? Nun, es waren lauter Landrover und Landcruiser dort, die meisten mit ziemlich teurem Equipment ausgeruestet und gemacht um so richtig in die Wildnis zu fahren. Und dann kamen wir mit unserem alten, klapprigen, kleinen Justy daher und allem fiel die Kinnlade runter. Wir parkten direkt hinter einem riesigen Overland- Lastwagen. Die Raeder reichten fast bis zum Dach unseres Justys, und das Ding muss wohl eine halbe Million gekostet haben...

Und eben, die Zeit verrinnt. Es war schon einige Zeit absehbar dass wir wohl nicht weiter als Kenia kommen werden. Und Nairobi schien uns ein wuerdiger Endpunkt fuer unsere Reise. Das hiess fuer uns, dass wir mal ausmisten mussten. Wir kramten alles zusammen, das wir mit nach Hause nehmen wollten. Und dann war da immer noch wahnsinnig viel Zeug in unserem Auto. Was tun damit? Ganz einfach: man oeffnet alle Tueren und sagt allen Overlandern in der Jungle Junction dass wir einen Flohmarkt machen. Und siehe da, innert kurzer Zeit war der Justy leer. Alles fand irgendwo einen Abnehmer, sogar der Dachstaender und unsere Benzintankkiste wurden abmontiert.

Und dann hiess es Abschied nehmen. Nicht nur von unseren Freunden in der Jungle Junction, sondern auch von unserem treuen Kameraden Guschti. Er fand sein "Altersheim" auf einem Parkplatz in der Nähe des nairobischen Flughafens. Die letzten 100 Tage hat er uns zuverlässig gedient und auch auf den härtesten Strassen tapfer gekämpft. Wir hatten auf unseren rund 18'000 Kilometern nach Kenia nie ernsthafte Probleme. Eine defekte Gummimanschette, ein Alternator (vergebens) gewechselt und eine gebrochene Stossdämpferfeder. Das war alles. Wir hoffen dass Guschti von den kenianischen Zollbehörden den ihm gebührenden Respekt bekommt.

Und so nahm unsere Reise ein Ende. In den letzten dreieinhalb Monaten hatten wir unzählige schöne Erlebnisse und durften wahnsinnig viele Leute kennenlernen. Es entstanden neue Freundschaften und viele Abenteuer bleiben für uns unvergesslich. Wir möchten das Erlebte mit Euch teilen und planen einen Fotoabend für Alle. Sobald wir ein Datum fixiert haben, werdet Ihr es früh genug auf dieser Seite erfahren. Wir freuen uns schon jetzt Euch einige Räubergeschichten zu erzählen.

Danke und bis bald...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Metzgete!



So, da waehren wir wieder. Die letzten zwei Wochen waren im viellerlei Hinsicht ein Highlight auf unserer Reise. Zuerst schauten wir uns einige interessante Tiere in Aethiopien an wie z.B. Nilpferde, Zebras, Paviane und Krokodile an. Speziell die Krokodile haben uns beeindruckt. Wenn so ein Riesenreptil von fuenf Metern Laenge neben deinem Boot vorbeischwimmt hoffst du einfach dass es schon Zmittag gegessen hat.

Danach haben wir einige Staemme von Eingebohrenen besucht. Ihr kennt sicher einige aus dem Fernsehen. Sie tragen allerlei Schmuck, dafuer haben nicht alle Kleider an. Die Mursifrauen tragen zum Beispiel eine ca. 10cm grosse Platte in ihren Lippen und Maiskolben auf dem Kopf... Wirklich eindruecklich wie diese Leute noch heute leben wie wohl schon seit tausenden von Jahren. In einem Dorf der "Hamer" verbrachten wir dann noch eine Nacht bei den Einheimischen. Zum Abendessen gab es frisches Geissenfleisch. Frischer geht nicht, die Geis lief selber zu uns und wurde dann mit dem rostigen Kuechenmesser ins Jenseits befoerdert. Und da auch der beste Hamermann im Dunkeln nichts sehen kann, bediente man sich Saemis Petzl-Stirnlampe um die Geiss zu zerlegen. Saemi konnte dieses Spektakel leider nicht mitansehen, er musste mit einem Jungen zurueck ins nahe Dorf um Honigwein fuer alle zu besorgen. Die Eingeweide der Geiss wurden sofort in eine Pfanne gegeben und auf dem offenen Feuer gebraten. So kam ich in den Genuss von frischer Geissenleber und Niere... Als dann aber der Topf mit dem Blut herumgegeben wurde, musste ich schnell zur Toilette. "Leider" war nichts mehr uebrig als ich zurueckkam...

Seit drei Tagen sind wir nun in Kenya. Die Strasse von der Grenze in Moyale bis nach Isiolo ist knapp 500km lang und traegt vielleicht zurecht den Titel der "worst road in Africa". Etwa 400km davon sind Dreck, Steine und Sand, und so manche Autogeschichte hat hier ein neues Kapitel erhalten. Es ist etwa so wie wenn man drei Tage in einem Steinbruch herumfaehrt. Auch unser Guschti hatte da nichts zu lachen. Er wehrte sich zwar tapfer, doch nach 300km ist eine Feder in der Vorderachse gebrochen. Im nahegelegenen Dorf hatte man keinen Ersatz, so wurde sie mal geschweisst. Doch erwartungsgemaess hielt das nicht lange, nach 30km ging der Guschti erneut in die Knie. Alles half nichts, wir mussten in der Stadt Isiolo Ersatz besorgen. Saemi brachte einen guten Vergleich: Das ist etwa so wie wenn man in Wildhaus auf einen Lastwagen springt, auf einer schlechten Dreckstrasse bis nach Wil faehrt, dann auf Teer weiter bis Bern, die Feder besorgt und auf dem selben Weg zurueck...

Nun wollen wir noch etwas die Kenyanische Tierwelt anschauen. Allzuschnell geht die Zeit vorbei...

Freitag, 25. Juni 2010

und so viele Leute...

Wie lange hat man durchschnittlich um 250km zurueckzulegen? Ich meine auf normalen Strassen. Drei Stunden? Hier in Aethiopien hatten wir etwas laenger, nach neun Stunden Schotterstrassen, Schlagloechern und Kuehen auf der Strasse kamen wir dann auch an. Doch das war zum Glueck nur ein kleiner Abschnitt auf unserem Weg in die aethiopische Hauptstadt Addis Ababa. Man muss sagen dass die wichtigsten Strassen in einem sehr guten Zustand sind. Und an den anderen Orten wird mit Hilfe von chinesischen Strassenbauern eifrig daran gearbeitet. Das Fahren an sich ist ziemlich unterhaltsam. Sobald man in ein Dorf kommt, rennen ueberall Kinder aus den Haeusern und rufen uns "you, you, you" zu. Anscheinend kommt das urspruenglich davon, dass sie "hello, how are you" sagen wollten. Geblieben ist aber nur noch "you". Und sobald wir irgendwo schnell anhalten (um vielleicht schnell zu pinkeln...), stehen sofort zehn Leute um unser Auto. Und glaubt mir, hier sind ueberall Leute, einfach unglaublich! In den mittlerweile eineinhalb Wochen die wir hier sind, sind wir wohl noch nie zwei Minuten am Stueck gefahren ohne dass Leute am Strassenrand stehen. Leute,Esel, Kuehe, Schafe, Kamele, Hunde, alles ist auf der Fahrbahn, aber das macht das Ganze auch so interessant. Wir freuen uns jedenfalls auf noch mehr Aethiopien!!!

Freitag, 18. Juni 2010

Aethiopisches Bier gefaellig?

Nach zwei Wochen warten und rumsitzen sind wir wieder on the road. Von der Hafenstadt Wadi Halfa rasten wir 900km durch die Wueste in die sudanesische Hauptstadt Khartoum. Dort mussten wir uns ein Visum fuer Aethiopien besorgen, und natuerlich nochmals zwei Tage warten. Wir hatten auch noch Probleme mit unserem Alternator. Die Batterie wurde nicht mehr geladen und wir merkten es erst als es schon zu spaeht war und der Justy keinen Zuck mehr tat. Zum Glueck trafen wir einen einheimischen "overlander". Er hatte eine eigene Garage und half uns einen Ersatz zu suchen, am Schluss funktionierte alles wieder. Also nichts wie los nach Aethiopien. Im Sudan war es wie schon in Aegypten zwischen 45 und 50 Grad heiss und wir konnten es kaum erwarten ins aethiopische Hochland zu fahren. Der groesste Teil des Landes liegt ueber 1800muM, alles ist gruen und es ist angenehm warm. Wir fuhren zu einem bekannten Campingplatz am Lake Tana, der von einem hollaendischen Paar betrieben wird. Super wenn man nicht mehr nur Kamele und Esel sieht wie im nahen Osten. Die Artenvielfalt ist gross, wir sahen Schlangen, Skorpione, Adler, Geier und sogar Nilpferde. Letztere betrachtet man besser aus der Ferne. So friedlich wie sie aussehen sind sie leider nicht. Neben der Muecke (Malaria) ist das Nilpferd der zweithaeufigste Menschenkiller in Afrika. Ihr Fussabdruck ist so gross wie ein grosser Suppenteller und sie erreichen eine Geschwindigkeit von knapp 50km/h. Da muss auch der schnellste Sprinter einpacken...

Als wir vom Tana Lake weiterfuhren bemerkten wir, dass der Scheibenwischer (ja, hier ist Regenzeit) nur ganz langsam funktionierte. Die Uhr im Armaturenbrett war auch ziemlich schwach beleuchtet und wir ahnten Boeses: funktioniert unser Alternator schon wieder nicht mehr? Wir wussten die Antwort spaehtestens als unser Guschti den Dienst versagte. Kein Wank mehr, 30 Kilometer Schotterpiste bis zur naechsten Garage. Schnell war klar was zu tun war: Batterie ausbauen, einer geht in die Stadt um sie zu laden damit wir wenigstens dorthin fahren koennen um den Alternator zu pruefen. Natuerlich losten wir aus wer in die Stadt "darf" und wer dort warten solle. Es traf mich. Mit der Batterie im Rucksack huepfte ich in den naechsten Bus und fuhr nach Gonder. Saemi wurde es inzwischen nicht langweilig. Sobald man irgendwo anhalten muss, versammeln sich sofort 10 bis 20 Leute um das Auto. Er wurde eingeladen das einheimische "Bier" zu probieren, eine truebe, graubraune Bruehe mit "Chnoetzen" die obenaufschwimmen. Ein Genuss war es anscheinend nicht, doch der erwartete Durchfall blieb aus. Nach fuenf Stunden war ich zurueck beim Auto, doch das Problem war damit noch nicht behoben. Per Zufall fanden wir dann doch noch den Fehler, eine schlechte Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Alternator war also noch gut, wir haben ihn in Khartoum sinnlos gewechselt. Aber das ist es ja was das Reisen mit einem Auto so interessant macht...

P.S Die Internetverbindung ist leider ziemlich schlecht hier. Darum muesst ihr euch die Bilder selber vorstellen...

Donnerstag, 10. Juni 2010

Langeweile?



Gebt mal bei google Langeweile ein!

Langeweile (früher lange Weile), österr. auch Fadesse, ist in der Grundbedeutung das Gefühl, dass die Zeit ungewöhnlich langsam vergeht, hervorgerufen durch völlige Untätigkeit und fehlende Ablenkung. Diese subjektive Wahrnehmung führt häufig zu Empfindungen der Unlust. Der Zustand der Langeweile ist negativ bezeichnet, im Unterschied zur Muße. In der Philosophie des Existentialismus ist Langeweile ein Grundzustand der menschlichen Existenz.

Wir warten und warten und warten und... Na ja, eigentlich ist alles halb so schlimm. Das Boot mit unseren Auto's ist zwar noch angekommen, doch wir haben ja alle Zeit der Welt. Vielleicht im Gegensatz zu unseren Freunden aus Norwegen. Sie moechten an die WM nach Suedafrika und haben Tickets fuer das Spiel Daenemark- Japan am 24. Juni. Und es sind doch noch einige Tausend Kilometer, das gibt die eine oder andere Nachtfahrt... Irgendwie ist es ganz unterhaltsam mit all den Leuten hier. Es sind Leute aus Oesterreich, Norwegen, England, Australien, Neuseeland, Uganda, Holland, Amerika, Polen und wohl noch aus anderen Laendern hier. Bis wir alle Raeubergeschichten ausgetauscht haben, kann also noch etwas Zeit vergehen. Oder man kann eine Rundfahrt um Wadi Halfa machen in einem Tuctuc. Und dann ist ja immer noch die arabische Sprache die wir lernen koennten. Doch wir sind noch nicht ueber die Zahlen eins bis zehn und einige Hoeflichkeits- floskeln hinaus gekommen. Doch eigentlich hoffen wir nicht dass wir so lange bleiben bis wir fliessend arabisch sprechen.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Sudan!!!


Juhui, ums gleich vorne wegzunehmen: Wir sind im Sudan, genauer gesagt in Wadi Halfa. Doch wir mussten ziemlich viel Geduld beweisen bis wir hier waren.
Wir waren froh als wir am Montag Morgen unsere Sachen packen konnten und uns auf den Weg zur Faehre machten. Zweieinhalb Wochen verbrachten wir in Aegypten und sagen wir's mal so, wir werden es nicht vermissen. Die Leute dort wollen dir immer helfen, aber nur gegen Bargeld, leider. Man wird dauernd angehauen ob man irgendwelche Touren machen oder Souvenirs kaufen moechte. Und die Leute sind geradewegs penetrant und sehr hartnaeckig. Dazu kommt dass sie dich bei jeder Gelegenheit ueber den Tisch ziehen wollen und bei Touristen Preise weit weg von gut und boese verlangt werden. Leider ist dieses Bild auch bei anderen Reisenden nicht besser, sehr schade. Doch genug gejammert, es hat uns gut getan dass wir das mal erlabt haben.
Wir waren also am Montag am Hafen und nach einer sehr schnellen Passkontrolle durften wir als erste auf das Schiff. Auf dem Oberdeck breiteten wir uns aus und spannten Leintuecher und Decken auf um uns gegen die Sonne zu schuetzen. Bei knusprigen 45 Grad warteten wir dann mal eben sechseinhalb Stunden bis wir wirklich ablegten. In dieser Zeit wurde die Faehre und ein Beiboot mit Waren beladen die in den Sudan sollten. Wer's nicht gesehen hat kann sich's kaum vorstellen wie es zu und hergeht. Alles, wirklich alles wird von Hand oder auf Schubkarren hergebracht, kein Kran, keine Maschinen. Zum Glueck hatten wir Schatten, an barfusslaufen auf dem heissen Stahldeck war nicht zu denken. Mit uns waren noch mehr Afrikareisende: Clemens und Elias aus Oesterreich, Jarle und Jomar aus Norwegen, Paul, Liz, Darren, Bonnie, Roger und Obia aus England und Kinkay aus Japan, er faehrt mit dem Velo nach Kape Town (viel Spass...). Die Nacht auf dem Oberdeck war erwartungsgemaess nicht wirklich komfortabel, doch das nimmt man in Kauf. Am Dienstag um etwa 11.30 waren wir dann in Sichtweite des sudanesischen Hafens, um 17.00 immer noch... Es gab irgendein Problem, so warteten wir nochmals einige Stunden unter der gemuetlich warmen, afrikanischen Sonne... Doch es geht immer irgendwie weiter und wir kamen dann doch noch an Land. Lieber spaet als nie.
In Wadi Halfa, der Hafenstadt, duerfen wir nun nochmals etwas warten. Unsere Autos mussten mit einem anderen Boot in den Sudan fahren. Und dieses Boot wird vielleicht heute, vielleicht morgen oder irgendwann hier eintreffen. Erst dann sehen wir unseren Guschti wieder und die Reise durch das "richtige" Afrika kann losgehen!
P.S Das Internet ist etwas langsam hier, weshalb wir nicht allzuviele Bilder hochladen koennen. Aber schaut doch mal auf Jarle's Seite: www.betsy.no Da sind mehr Bilder von uns!
Es gibt noch mehr Websites von unseren Freunden: http://transafrika.at oder auch www.afritracks.com http://www.crabtocape.org.uk/

Freitag, 4. Juni 2010

danke, thank you, shukran



Wir sind immer noch in Aswan. Die naechste Faehre sollte am Montag in den Sudan abfahren, bis dann muessen wir uns noch gedulden. Das Ganze ist hier nicht so einfach. Es gibt nur ein Buero wo man zu Tickets kommt, und dort ist ein Mann, der allmaechtige Mr. Salah, der alle Faeden in der Hand hat. Man kann sich grundsaetzlich nirgens informieren und auf nichts verlassen. Die Plaetze auf dem Schiff sind zudem sehr begehrt und es sind nur 9 Autoplaetze vorhanden. Wir haben oft gelesen dass man einige Tage einplanen soll um den ganzen Papierkram zu erledigen, darum waren wir schon am letzten Montag hier. Vor dem Buero spielten sich dann aber unglaubliche Szenen ab: im Moment sollen etwa 150 Sudanesen hier festsitzen weil die Faehre hilflos ueberlastet ist. An einem kleinen Schalter kaempften alle um ein Ticket in die Heimat. Es wurde geflucht (es toente wenigstens so), gedraengelt und einige wurden sogar handgreiflich zu den Angestellten. Diese Leute wollen nur nach Hause zu ihren Familien. Und dann kommen wir, reichen Westeuropaeer, und wollen sogar noch mit einem Auto drauf. Da macht man sich irgendwie schon seine Gedanken... Mr. Salah hat uns dann sein Wort gegeben dass wir einen Platz haben werden, doch wir werden es erst wissen, wenn wir drauf sind...

Wir moechten uns an dieser Stelle mal bei einigen Leuten bedanken. Wir durften vor unserer Reise auf die Hilfe von vielen Freunden und Bekannten zaehlen. Einige wollen wir hier mal erwaehnen: Danke... ..dem Team der UW-Garage in Neu St. Johann, die unseren Justy nochmal auf Vordermann gebracht haben, ...Sutter Sport Alt St. Johann fuer die Versorgung mit Bekleidung aller Art, ...der Firma Braendle Feuerwehrautobau dass wir den Justy safaritauglich machen konnten, ...der Velometzg Unterwasser fuer die Hilfe bei den letzten Vorbereitungen, ...der Familie Dauru fuer die gespendeten Almosen, ...Rudolf Waelli fuer die gesponsorte Seilwinde, ...Andrea und Hansruedi Grob mit dem ganzen Team der Arztpraxis Churfirsten in Wildhaus fuer die Tips und die guten Durchfallmedikamente :-), ...dem Montage-Team der Firma Berhalter fuer die "do-muesch-nur-no-Wasser-dralaehrae-Menues" und allerlei reisetauglichen Hilfsmitteln und ...Rolli Strehler fuer den super Whiskey!
Und allen die ich jetzt vergessen habe. Ihr wisst schon was ich meine, thank you!!!

Montag, 31. Mai 2010

Problem oder good man???



Wir haben es sozusagen geschafft, wir sind drauf! Nein, nicht auf Drogen, wir sind halt eben drauf! Auf dem schwarzen Kontinent! Wir sind offiziell in Afrika. Beim letzten Post waren wir noch auf der Sinay-Halbinsel, die gehoert geografisch gesehen noch zu Asien. Erst wenn man den Suezkanal ueberquert hat, ist man in Afrika. Und so sah etwa die letzte Woche aus im Schnelldurchlauf: Von Suez gings nach Kairo, eine der groessten Staedte auf unserem Planeten mit ueber 20 Millionen Einwohnern. Dort mussten wir uns ein Visum besorgen fuer den Sudan. Alles klappte sehr schnell und nach zwei Tagen duesten wir schon wieder davon in Richtung Wueste. Bei der Vorbeifahrt schauten wir noch bei den weltberuehmten Pyramiden von Gize vorbei (mehr dazu spaeter). Dann drei Tage durch die Wueste, nichts als Wueste. Ca. 1200 Kilometer spaeter waren wir am Nil in Luxor. Und heute kamen wir hier in Aswan an. Von hier faehrt eine Autofaehre in den Sudan. Ueber Land darf man immer noch nicht nach Sudan reisen, waere ja auch zu billig...

Das ist der Kurzueberblick. Doch zurueck zu den Pyramiden. Das Foto mit unserem Justy, den Pyramiden und der Sphinx sollte natuerlich ein Hoehepunkt auf unserer Reise sein. Das wollten wir unbedingt machen, aber es hat einiges gebraucht.

Und hat es sich abgespielt: Wir sind frueh dran. Wir folgen gnadenlos dem Wegweiser zu den Pyramiden, doch wir sind immer noch in der Stadt. Auf einmal tauchen sie auf, die aeltesten Gebaeude der Welt. Sie stehen geradewegs am Stadtrand von Kairo. Wir folgen dem Parkplatzwegweiser der uns zum Nordeingang fuehrt. Dort werden wir das erste Mal von der Polizei kontrolliert. Problem: wir haben zwei Benzinkanister auf der Heckklappe, damit darf man nicht rein. Also umdrehen und ausserhalb parkieren. Wir erkunden alles zu Fuss und stellen fest: Es gibt einen Suedeingang. Von dort sollten wir reinkommen. Wieder zurueck zum Auto und um die Pyramiden herum fahren. Das heisst, man muss wieder durch die Stadt hindurch. Nach einer Viertelstunde stehen wir am Suedeingang. Oder besser gesagt am Suedausgang, der Polizist erklaert uns dass um die Pyramiden rum Einbahnverkehr herrscht, !!!@$^%$$%%^%$#^*(&!!! Also wieder zurueck zum Nordportal (15 Minuten...). Dort fragen wir den Polizisten ob wir die Kanister irgendwo deponieren koennten. Er verneint und schickt uns wieder weg. Ausserhalb sind viele private Parkplaetze und wir fragen bei einem ob wir die Tanks stahenlassen koennen. No Problem (nur gegen Geld versteht sich), wir lassen die Behaelter bei ihm. Zum dritten Mal stehen wir nun bei der Kontrolle und dieses Mal scheint es zu klappen, nach dem Motto: no Benzin, no Problem. Wir duerfen weiter zum naechsten Tor und nach fuenf Minuten warten und 10 Pfund Schmiergeld fuer den Polizisten duerfen wir rein. JA! Wir fahren auf den grossen Parkplatz und schiessen mal ein Foto zur Sicherheit. Nach zwei Minuten faehrt schon eine Polizeipatrouille neben uns hin. Doch diesmal ist es kein Problem. Sie moechten unsere Papiere sehen und zeigen sich sehr interessiert an unserem "Schnorchel" am Justy. Der Polizist meint auch dass es ohne weiteres moeglich sei ein Bild mit der Sphinx zu machen. Sie fahren davon und wir fahren etwas weiter die Strasse runter zur Sphinx. Dort steht wieder ein Polizist und als wir anhalten kommt er schon daher und ruft: no parking! Wir steigen aus, Saemi schiesst ein par Fotos und ich erklaere ihm dass wir nur Bilder machen moechten, wirklich nur schnell. Seine Stimmung schlaegt um als ich ihm unauffaellig 20 Pfund zustecke (etwa 4 Franken). Ploetzlich bin ich ein "good man"! Und wir sollen doch schnell auf ein kleines Plaetzchen neben der Strasse fahren. Und er will noch ein Foto von uns machen. Unser Justy steht nun halb auf der Strasse, halb auf dem Plaetzchen und die Kolonne von Tourbussen die warten muessen wird schnell laenger. Als ploetzlich ein Polizeiwagen daherbraust und grimmige Uniformierte aussteigen, wissen wir was es geschlagen hat. Ziemlich schnell packen wir unser Zeug zusammen und brausen davon. Aber diese Bilder durften wir uns nicht entgehenlassen... ;-)

Sonntag, 23. Mai 2010

Schnorcheln unter der aegyptischen Sonne




Seit dem letzten Eintrag sind wir ein ganzes Stueck weitergekommen. Wir verliessen Syrien und fuhren in Richtung jordanische Grenze. Die Formalitaeten waren relativ rasch erledigt und wir wollten gerade weiterfahren als wir bemerkten, dass sich eine Gummimanschette an unserer Vorderachse verabschiedet hatte. Was tun? Wir fuhren in die jordanische Hauptstatt Amman, ca. 80 Kilometer entfernt, und suchten eine Garage. Ueberall sind kleine Werkstaetten eingerichtet und die reparieren eigentlich alles, egal welche Marke. Wir fuhren bei einer Werkstatt hin und schnell versammelten sich einige Leute um unser Auto, alle arabisch sprechend und gestikulierend. Einer machte uns klar dass wir warten sollen und verschwand hinter den umliegenden Gebaeuden. Nach einiger Zeit kam er mit Mustafa zurueck. Ihm gehoert eine dieser kleinen Garagen und er spricht gut englisch. Er meinte dass alles kein Problem sei und wir koennten bei ihm vor die Werkstatt fahren. In seinem Shop arbeiten zehn Leute und drei von denen legten sofort Hand an unseren Justy. Irgendwo in seinem "Lager" fand er ein Gummiteil dass etwa so aussah wie unseres und nach zweieinhalb Stunden war alles repariert. Und was kostet das wohl? Drei Arbeiter mal zweieinhalb Stunden macht siebeneinhalb Stunden Arbeit. Er meinte wir sollen ihm 15 jordanische Dinar geben, umgerechnet etwa 23 Franken. Wir sahen uns an und konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Er hatte sich ein gutes Trinkgeld verdient und bedankte sich mehrfach...

In Jordanien machten wir dann eine richtige Sightseeing Tour. Zuerst ans tote Meer. Ist schon noch lustig wenn man im Wasser ein Buch lesen kann. Der Spass haellt sich aber dann in Grenzen wenn man aus dem Wasser rauskommt. Alles ist unvorstellbar salzig. Und man trocknet nicht einfach an der Sonne, wir kamen uns vor wie eingeoelt. Also mussten wir der Kueste hochfahren zum einzigen, oeffentlichen und natuerlich ziemlich teuren Baderesort wo wir uns duschen konnten.

Als naechstes stand Petra auf unserer Liste. Eine ganze Stadt aus dem Sandstein gemeisselt, mitten in der Wueste. Am besten guckst du google.com Eines der sieben Weltwunder und einen Besuch wert, sogar fuer uns Archeologie-Banausen.

Weiter ging's ins Wadi Rum, in die jordanische Wueste. Haha, jetzt trumpfen wir mal mit unserem Justy auf (dachten wir zumindest). Man faehrt in ein Tal hinein und ploetzlich ist die Teerstrasse fertig und man hat nur noch Sand vor sich. Und um allen von euch auslaecherigen und schadenfreudigen Kollegen und Kolleginnen den Spass zu verderben: nein, wir mussten den Justy nie, N-I-E ausschaufeln. Wir witzelten noch, dass wir sicher schon nach 20 Metern zum ersten Mal festsitzen. Aber hallo, weit gefehlt. Wir waren mindestens drei Minuten unterwegs bis wir, (neben einer Zeltstatt von Beduinen und vielen Touristen...) ueber eine Duene schossen und sozusagen in der Sch....e steckten. Und wir taten was wir in solchen Situationen immer tun: 1.Ruhe bewahren 2. aussteigen und sich ganz normal umsehen 3. mit der Fotokamera die atemberaubende Landschaft festhalten 4. warten bis alle weg sind 5. in voellige Panik geraten oder sich aber vor Lachen auf dem Boden kruemmen, wir entschieden uns fuer letzteres... Mit dem von Emil Steinberger beschriebenen Prinzip: fueraefahre, hinderefahre, fueraefahre, hinderefahre, und wieder fueretsi, und wieder hindertsi - konnten wir uns immer wieder befreien. Ein riesen Spass :-)

Aber wir kamen noch weiter. Von Jordanien ging's mit der Faehre nach Aegypten. Fahren waere moeglich, allerdings nur durch Israel. Und Israel = big Problem. Nich im Land selber, aber man kommt in viele Staaten nicht mehr rein wenn man in Israel war, leider. Die Einreise in Aegypten ging erstaunlich rasch. Dank der Hilfe eines netten Polizisten und etwas Schmiergeld konnten wir sogar als erste zum Zoll raus...

Jetzt sitzen wir in Dahab, einem Paradies fuer Taucher, Kitesurfer und Schnorchler. Wir gehoeren hier nur zu der Gruppe Schnorchler, doch es ist unglaublich was fuer eine Artenvielfalt hier im Meer ist. Man hat richtig das Gefuehl in einem Aquarium zu schwimmen. Dutzende von Fischarten und Korallen sind nur 20 Meter vom Strand entfernt. Nemo laesst gruessen...

P.S. Diesmal habe ich speziell darauf geachtet dass auch ein Foto von Saemi auf dem Blog kommt ;-)

Dienstag, 18. Mai 2010

Halloween im Hammam


Das erhoffte Verkehrschaos in Damascus blieb aus. Vielleicht fahren wir aber selber einfach schon so schlecht dass wir es nicht gemerkt haben... In Damascus haben wir das Hammam al-Qaimariyya besucht. Noch nie gehoert? Ein Hammam ist ein roemisches Bad. Dort gingen die Leute frueher hin um sich zu waschen als man zu Hause noch keinen Wasseranschluss hatte. Und so hat sich das etwa abgespielt:

Wir stehen vor der Eingangstuere. Wir wissen nicht ob wir am richtigen Ort sind, es ist alles auf arabisch angeschrieben. Die Tuere steht offen und wir blicken hinein. Muesste passen, ueberall laufen Maenner mit umgehaengten Badetuechern herum. An der Kasse bestellen wir das ganze Programm und geben unsere Wertsachen ab. Dann werden wir zur Umkleide geschickt. Wir entledigen uns unserer Kleider und haengen uns dafuer ein blau-weiss gestreiftes Badetuch um das wir bekommen haben. Und jetzt? Wie zwei kleine Jungs auf dem Jahrmarkt kommen wir uns vor. Man schickt uns ins Bad. Von zwei Kilometern aus sieht man uns an dass wir absolut keine Ahnung haben. Drinnen steht ein "Bademeister" und schickt uns in die Sauna. Natuerlich setzen wir uns auf das oberste Baenkchen, direkt ueber dem Ofen, ist doch klar. Der Bademeister kommt nochmal, tauscht unser trockenes Tuch gegen ein nasses aus und verschwindet wieder. Mann ist das ploetzlich heiss am Allerwertesten! Es sieht uns ja niemand, drum gehen wir eine Bank tiefer... Jetzt ist es megaheiss! Saemi fragt mich schon zum dritten Mal wann denn endlich der Bademeister uns holen kommt. Nach einer geschaetzten Viertelstunde gehts nicht mehr und wir rennen raus, puuhh. Man schickt uns ins Dampfbad. Durch eine Holztuer kommen wir in einen grossen Vorraum. An den Waenden haengen auf kniehoehe Lavabos mit Blechschalen drin. Was geht ab? Einige Maenner laufen im Kreis herum, wir schliessen uns einfach an. Der Bademeister kommt rein und schickt uns in eine Dampfnische. Dort stroemt heisser Dampf aus einem Rohr und man verbrennt sich fast den Kopf wenn man zu lange stehen bleibt. Drum setzen wir uns hin. Dem Dunkelhaeutigen vis-a-vis von mir steht die Hitze nicht so ins Gesicht geschrieben wie uns. Wir leuchten wie die Kuerbisse an Halloween. Ich muss raus. Ich setze mich auf den Boden wie die anderen und uebergiesse mich mit Wasser aus dem Lavabo. Jetzt beginnt das eigentliche Waschen. Kopf, Haare und Intimbereich waescht jeder selber. Als ich fertig bin kommt es mir vor wie in einem Film. Ein Mann, nein ein Baer betritt die Kammer. Etwa 190cm gross, sicher 120 Kilo schwer und ziemlich behaart. Er schaut sich um und zeigt auf mich. "Come, Massage" sagt er zu mir. Ich schlucke leer, stehe auf und folge ihm. Neben mir grinst Saemi wie ein Honigkuchenpferd. Ich lege mich auf den Massagetisch und er beginnt mich einzuseifen. Arme, Beine, Bauch, die Kronjuwelen laesst er aus. Er nimmt meine Arme und reisst sie gegeneinander, wie die beiden Enden von einem Sonntagszopf (wisst ihr wie ich meine?). Dann drehe ich mich auf den Bauch. Er seift wieder alles ein. Dann drueckt er auf meinen Ruecken dass mir die Augaepfel 10cm rausstehen und meine Wirbel um Gnade flehen. Mit einem Klapps auf den Ruecken macht er mir klar dass ich fertig bin. Beim rausgehen sehe ich Saemi, jetzt grinse ich... Der Naechste ist nur halb so gross wie der Baer und wiegt etwa so viel wie ein Bein von ihm. Doch er ist bewaffnet. Mit einem Pfannenriebel schrubbt er jedes noch so kleine Hautpartikel von mir. Ich bin froh als ich endlich unter die kalte Dusche darf. Wir werden abgetrocknet und draussen wird uns warmer Tee serviert. Unsere Koepfe leuchten noch den halben Tag, das Hammam war definitiv ein super Erlebnis.

Ach ja, sorry an alle Frauen. Hammam, for men only...

Donnerstag, 13. Mai 2010

Der Kampf mit den Tue(r)ken des Gesetzes



Eigentlich hat alles so gut begonnen... Gestern Morgen erwachten wir an einem herrlichen Bergsee irgendwo in der Tuerkei. Nach dem Fruehstueck fuhren wir los in Richtung syrische Grenze. Die Strassen in der Tuerkei sind super und wir kamen recht zuegig voran. Ab und zu steht irgendwo eine Polizeipatrouille, doch das ist eigentlich immer witzig mit denen, schliesslich haben wir nichts zu verbergen. So auch gestern. Der Polizist trat auf die Strasse raus und wir dachten schon: jawol, jetzt laeuft endlich mal etwas. Dem war auch so. Der Gesetzeshueter erklaerte Saemi sehr nett dass er mit 102 statt 90 km/h unterwegs war und dass uns das 130 tuerkische Lira kostet (etwa 65 Euro!). Alles Dummstellen und freundlich Lachen half nichts, wir mussten den Bussenzettel mitnehmen und die Busse an der Grenze bezahlen. Wir setzten uns ins Auto und witzelten dass so was schon alle 6000 Kilometer mal vorkommen kann und dass wir die naechsten 6000 nichts zu befuerchten haben...
Wir fuhren in die naechste Stadt um uns im Internet schlau zu machen und um noch auf die Post zu gehen. Der Bursche im Internetcafe liess uns gratis ins Netz und brachte uns Tee, er lud uns sogar zum Essen ein (wirklich nette Leute die Tuerken). Wir lehnten dankend ab und assen etwas im Restaurant um die Ecke weil wir sonst ein schlechtes Gewissen gehabt haetten. Danach lud uns der Naechste Tuerke zum Tee nebenan ein (so nett, die Tuerken...). Als ich dann wegfuhr hupte ich aus Freude nochmal allen zu, winkte zum Fenster hinaus und fuhr um den Kreisel zur Post. War das kleine Lichtsignal in meinem Augenwinkel rot? Egal; dachte ich mir. Der freundliche Tuerke mit der leuchtgelben Weste und dem "Polis"-Kaeppi konnte mir die Frage aber beantworten. Sehr freundlich aber entschlossen machte er mir klar dass es rot war. Wir machten einen auf keinenglischkoennensondernschweizerdeutsch und ehe ich mich versah, durfte ich in einem Polizeiwagen Platz nehmen und mir das Beweisvideo anschauen. Na ja, es war vielleicht schon 10 Sekunden rot bis der Justy ins Bild faehrt... Und wieder 130 Lira *##$*&^****!!

Die Tuerken sind aber wirklich unglaublich nett!!!

Wir fuhren dann problemlos zur Grenze und nach fuenf Stunden hatten wir ein syrisches Visa und durften rein. Ein Bayer, den wir in der Tuerkei trafen, sagte zu uns: "Oiso Damascus ist der Horror. Des is koa Spass ned mitm Auto. Di foan dia ois zamn. Dia kenna nix!" (uebersetzt: Damascus sei fuer Autofahrer nur bedingt geeignet...) DA muessen wir unbedingt hin!!!!!

Dienstag, 11. Mai 2010

Traeumen im Schlumpfenland



Heute Morgen, 05.50 Uhr: İn meinen Schlafsack gekuschelt bin ich im Land der Traeume. İch traeume vom Schlumpfenland und einem riesigen Fruechtekorb. Der Hamster in meinem Kopf wird von einem komischen "schschsch" Geraeusch geweckt. Langsam kurbelt er mein linkes Augenlid hoch. Ich glaube einen Heissluftballon ueber mir zu sehen. Mann, hat mir denn gestern wieder jemand irgendwelche Drogen ins Essen gemixt? Der Hamster kurbelt jetzt auch das rechte Augenlid hoch und beginnt langsam das Laufrad ın meinem Kopf in Gang zu bringen. Da ist wirklich ein Heissluftballon ueber mir. Nicht nur einer sondern mindestens 40 Stueck sind in der Luft. Wir sind in Kappadokien. Hier haben Moenche ihre Haeuser in den Sandstein gegraben. So sind auch unterirdische Kirchen, Kloester und sogar ganze Staedte entstanden. Die Landschaft sieht aus wie im Schlumpfenland und hinter jedem Huegel koennte der Hexer Gargamel am Zaubertrank mixen sein...

Montag, 10. Mai 2010

mal was anderes...


İn Griechenland haben wir einen schweizer Dauer-Reisenden getroffen. Er, Beat, hat uns viel von der Tuerkei erzaehlt und uns vorgeschwaermt wie toll das Land und vorallem die Leute dort sind. Mittlerweile sind wir selber schon einige Zeit hier und koennen das nur bestaetigen. Dazu hier ein Beispiel: Von Geyık Bayırı aus fuhren wir der Kueste entlang in Richtung Adana. Wie das so ist knurrt am Mittag der Magen und wir machten Halt an einer Tankstelle mit Restaurant. Nach dem Essen setzte sich ein Mann zu uns begann lauthals mit uns zu reden (auf tuerkisch versteht sich...). Er bestellte Tee fuer uns und als er merkte dass wir kein einziges Wort verstanden, wurde er einfach noch etwas lauter und fing an mit uns tuerkische Woerter zu lernen. Wir haben fast eine halbe Stunde mit ihm diskutiert und dabei Traenen gelacht. Es war der Besitzer der Tankstelle und am Schluss wollte er uns sogar den Tank fuellen...
Ueberall wo wir hinkommen werden wir herzlich empfangen. Wir werden zum Tee eingeladen und die Leute wuerden uns alles geben. Manchmal bekomme ich fast Gaensehaut wenn ich sehe wie freundlich die Menschen zu uns sind. İch glaube wir koennten noch viel von den Tuerken lernen, teşekkür ederım türkyıe!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Bye bye Paradies






So, da sind wir wieder. Nicht etwa wie bereits befürchtet aus dem Knast ausgebrochen, nein, viel mehr hat es an Überwindung gekostet dem griechischen Kletterparadies zu entfliehen. Trotzdem haben wir es geschafft und sind per Faehre zurück aufs türkische Festland getukkert.
Wo von einem Land ins andere gewechselt wird darf natürlich der Zoll nicht fehlen und so sitzen also ein Schweizer mit Pass, Fahrzeugausweis UND Green Card (internationales Versicherungspapier) sowie ein Englaender mit Pass, Fahrzeugausweis OHNE Green Card im Büro eines knapp englisch sprechenden Zollbeamten. Fazit: Der Zollbeamte haelt den schweizer Pass mit Green Card hoch und sagt 'Swiss Man, good Man; English Man, no good, PROBLEM'. Wir verlassen kurz darauf das Zollareal und reimen uns waehrend der Weiterfahrt die wildesten Geschichten zusammen was wohl mit den beiden Englaendern passieren wird!
Am naechsten Tag treffen wir in Olympos ein. Glaubt man einem schlauen Buch, so sollen hier Menschen auf Baeumen wohnen und waehrend naechtelangen Parties soll, so sagt das Buch, sackweise Gras vernichtet werden. Und nebenbei kann man hier auch ganz toll klettern. Wir waren da, haben Felsen, Baumhütte und Strand genossen, sind jeweils vor der grossen Party eingeschlafen und dann wieder weiter gezogen richtung Antalia. Genauer gesagt nach Geykbairi, einem der besten Klettergebiete der Türkei und hier sitze ich nun vor dem Computer des JOSITO Campgrounds und kaempfe mit der türkischen Tastatur.
Na dann, bıs zum naechsten Mal

Dienstag, 20. April 2010

welcome to climber's paradise



Wir sind im Paradies angekommen. Zumindest als Kletterer darf man die griechische Insel Kalymnos getrost als solches bezeichnen. Die kleine Insel liegt nur einige Kilometer vor der tuerkischen Kueste und daher gewissermassen auf dem Weg. Viel haben wir ueber die Kletterei gehoert und gelesen, doch unsere Erwartungen wurden sogar noch uebertroffen. Noch selten ist mir die Kinnlade so weit runtergerutscht wie in dem Moment als wir das erste Mal die Grande Grotta gesehen haben. Der gewaltige Ueberhang ist mit Stalaktiten geradezu uebersaeht. Doch auch alle anderen Felsen sind unglaublich und wir koennten wohl den Rest unserer Reise hier verbringen ohne uns zu langweilen... Ist das Klettervolk schon neidisch geworden? Das hoffe ich doch sehr :-)

Freitag, 16. April 2010

Merhaba













Merhaba!
Guckst du, he? Merhaba ist tuerkisch und heisst so viel wie hallo. Jetzt duerft ihr drei Mal raten wo wir sind??? Wir sind in Istanbul, der Stadt am Bosporus. Hier ist die Grenze zu Asien. Nur drei Prozent der Tuerkei gehoeren zu Europa, der Rest ist asiatisch. Istanbul ist ziemlich gross, groesser als Wattwil oder sogar St. Gallen (schwer zu glauben, he?). Es gibt unglaublich viel zu sehen, ueberall Moscheen (mit Minaretten!), Kebabstaende, Maerkte und viele, viele Leute. Die Leute sind unglaublich nett und sehr hilfsbereit. Und natuerlich trinken wir literweise tuerkischen Tee. Heute Morgen haben wir den grossen Basar besucht. Dies ist der groesste ueberdachte Markt auf unserem Planeten. Es gibt ueber 4000! Staende und die vielen Farben und das Ambiente sind schlicht ueberwaeltigend. Wir geniessen noch etwas das Stadtleben und werden morgen ueber den Bosporus fahren, weiter in Richtung schwarzem Kontinent. Doch vorher entdecken wir noch ein bisschen von der Tuerkei. Hosca kalin!

Sonntag, 11. April 2010

easy drive...

Nachdem wir durch den Balkan geduest sind (Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien und Mazedonien) sind wir im Land des Ouzo's angekommen. Letzteren haben wir zwar noch nicht probiert, aber das werden wir selbstverstaendlich noch machen. Bisher war's noch zu kalt zum baden, aber hier haben wir uns mal in's Meer gewagt (wir wollen doch keine Weicheier sein, und Griechenland ist doch immer warm, oder???). Unser Justy schnurrt wie ein Kaetzchen und hat schon stolze 2100 Kilometer abgespuhlt. Der Zoellner in Montenegro meinte nur: easy drive, little Subaru goes to Africa. Genau!
Bis zum naechsten Mal, wir gehen jetzt Ouzo trinken...

Freitag, 9. April 2010

unterwegs...


Entgegen allen Erwartungen haben wirs geschafft. Wir sind weg. Mehr sogar, wir sind ausserhalb der Schweiz!!! Schon fast ein bisschen enttaeuschend hat uns der Zoellner an der Grenze einfach weiter gewunken, wie langweilig... Nach einem Abstecher an den Gardasee durchquerten wir Italien ohne Probleme. Weiter ging es nach Slowenien, Kroatien und sogar ein ganz kleines Stueck Bosnien. Jetzt sitzen wir in einem Internatcafe in Dubrovnic, Kroatien. Bei der Abreise fuehlte es sich eher nach einem Wochenendtrip im Tessin an. Doch so langsam kommen wir in Reisestimmung. Das suedlaendische Klima und die fremden Sprachen tun das ihrige dazu...

to be continued...

Montag, 8. März 2010

na dann mal los...



Am Anfang jeder Reise steht wohl eine Idee oder ein Traum. Das ist bei uns nicht anders. Wir wollen weg, irgendwohin wo nicht gerade jeder Flipflop-Tourist hinkommt, irgendwohin wo's nicht von "All-inclusive-Hotels" wimmelt und man den ganzen Tag sonnenverbrannte Rotbäuche sieht. Um's Mittelmeer fahren? Oder nach Russland? Nein, Afrika sollte unser Ziel sein. Ach ja, und wie kommen wir dorthin? Keine Frage, mit unserem eigenen Auto. Also besser gesagt mit Sämi's Auto. Nein, kein 4WD Land Cruiser mit Differentialsperre, hochverlegtem Luftansaugrüssel und Seilwinde am Kuhfänger. Ein guter alter Subaru Justy soll unser Reisebegleiter sein. jiiiiiiha, let's go!

to be continued...