Dienstag, 13. Juli 2010

Time to say goodbye




Wie schnell doch die Zeit vergeht... Was macht man in Kenia? Natürlich was alle machen; Safari! Allerdings nur fuer einen Tag, aber wir sahen trotzdem ganz viele Wildtiere, von Antilopen ueber Bueffel und Nashoerner bis Zebras. Als naechstes machten wir einen Abstecher in den Regenwald. Schade dass hier in Kenia nur noch ein ganz kleines Stueck davon uebrig ist, der ganze Rest ist entweder in Rauch aufgegangen oder steht als Salontisch in unseren Wohnzimmern... Weiter ging es nach Nairobi. Genauer gesagt in die "Jungle Junction", einem bekannten Overlander-Treffpunkt. Und dort kamen sich unseretwegen einige Leute ziemlich verarscht vor. Wieso? Nun, es waren lauter Landrover und Landcruiser dort, die meisten mit ziemlich teurem Equipment ausgeruestet und gemacht um so richtig in die Wildnis zu fahren. Und dann kamen wir mit unserem alten, klapprigen, kleinen Justy daher und allem fiel die Kinnlade runter. Wir parkten direkt hinter einem riesigen Overland- Lastwagen. Die Raeder reichten fast bis zum Dach unseres Justys, und das Ding muss wohl eine halbe Million gekostet haben...

Und eben, die Zeit verrinnt. Es war schon einige Zeit absehbar dass wir wohl nicht weiter als Kenia kommen werden. Und Nairobi schien uns ein wuerdiger Endpunkt fuer unsere Reise. Das hiess fuer uns, dass wir mal ausmisten mussten. Wir kramten alles zusammen, das wir mit nach Hause nehmen wollten. Und dann war da immer noch wahnsinnig viel Zeug in unserem Auto. Was tun damit? Ganz einfach: man oeffnet alle Tueren und sagt allen Overlandern in der Jungle Junction dass wir einen Flohmarkt machen. Und siehe da, innert kurzer Zeit war der Justy leer. Alles fand irgendwo einen Abnehmer, sogar der Dachstaender und unsere Benzintankkiste wurden abmontiert.

Und dann hiess es Abschied nehmen. Nicht nur von unseren Freunden in der Jungle Junction, sondern auch von unserem treuen Kameraden Guschti. Er fand sein "Altersheim" auf einem Parkplatz in der Nähe des nairobischen Flughafens. Die letzten 100 Tage hat er uns zuverlässig gedient und auch auf den härtesten Strassen tapfer gekämpft. Wir hatten auf unseren rund 18'000 Kilometern nach Kenia nie ernsthafte Probleme. Eine defekte Gummimanschette, ein Alternator (vergebens) gewechselt und eine gebrochene Stossdämpferfeder. Das war alles. Wir hoffen dass Guschti von den kenianischen Zollbehörden den ihm gebührenden Respekt bekommt.

Und so nahm unsere Reise ein Ende. In den letzten dreieinhalb Monaten hatten wir unzählige schöne Erlebnisse und durften wahnsinnig viele Leute kennenlernen. Es entstanden neue Freundschaften und viele Abenteuer bleiben für uns unvergesslich. Wir möchten das Erlebte mit Euch teilen und planen einen Fotoabend für Alle. Sobald wir ein Datum fixiert haben, werdet Ihr es früh genug auf dieser Seite erfahren. Wir freuen uns schon jetzt Euch einige Räubergeschichten zu erzählen.

Danke und bis bald...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Metzgete!



So, da waehren wir wieder. Die letzten zwei Wochen waren im viellerlei Hinsicht ein Highlight auf unserer Reise. Zuerst schauten wir uns einige interessante Tiere in Aethiopien an wie z.B. Nilpferde, Zebras, Paviane und Krokodile an. Speziell die Krokodile haben uns beeindruckt. Wenn so ein Riesenreptil von fuenf Metern Laenge neben deinem Boot vorbeischwimmt hoffst du einfach dass es schon Zmittag gegessen hat.

Danach haben wir einige Staemme von Eingebohrenen besucht. Ihr kennt sicher einige aus dem Fernsehen. Sie tragen allerlei Schmuck, dafuer haben nicht alle Kleider an. Die Mursifrauen tragen zum Beispiel eine ca. 10cm grosse Platte in ihren Lippen und Maiskolben auf dem Kopf... Wirklich eindruecklich wie diese Leute noch heute leben wie wohl schon seit tausenden von Jahren. In einem Dorf der "Hamer" verbrachten wir dann noch eine Nacht bei den Einheimischen. Zum Abendessen gab es frisches Geissenfleisch. Frischer geht nicht, die Geis lief selber zu uns und wurde dann mit dem rostigen Kuechenmesser ins Jenseits befoerdert. Und da auch der beste Hamermann im Dunkeln nichts sehen kann, bediente man sich Saemis Petzl-Stirnlampe um die Geiss zu zerlegen. Saemi konnte dieses Spektakel leider nicht mitansehen, er musste mit einem Jungen zurueck ins nahe Dorf um Honigwein fuer alle zu besorgen. Die Eingeweide der Geiss wurden sofort in eine Pfanne gegeben und auf dem offenen Feuer gebraten. So kam ich in den Genuss von frischer Geissenleber und Niere... Als dann aber der Topf mit dem Blut herumgegeben wurde, musste ich schnell zur Toilette. "Leider" war nichts mehr uebrig als ich zurueckkam...

Seit drei Tagen sind wir nun in Kenya. Die Strasse von der Grenze in Moyale bis nach Isiolo ist knapp 500km lang und traegt vielleicht zurecht den Titel der "worst road in Africa". Etwa 400km davon sind Dreck, Steine und Sand, und so manche Autogeschichte hat hier ein neues Kapitel erhalten. Es ist etwa so wie wenn man drei Tage in einem Steinbruch herumfaehrt. Auch unser Guschti hatte da nichts zu lachen. Er wehrte sich zwar tapfer, doch nach 300km ist eine Feder in der Vorderachse gebrochen. Im nahegelegenen Dorf hatte man keinen Ersatz, so wurde sie mal geschweisst. Doch erwartungsgemaess hielt das nicht lange, nach 30km ging der Guschti erneut in die Knie. Alles half nichts, wir mussten in der Stadt Isiolo Ersatz besorgen. Saemi brachte einen guten Vergleich: Das ist etwa so wie wenn man in Wildhaus auf einen Lastwagen springt, auf einer schlechten Dreckstrasse bis nach Wil faehrt, dann auf Teer weiter bis Bern, die Feder besorgt und auf dem selben Weg zurueck...

Nun wollen wir noch etwas die Kenyanische Tierwelt anschauen. Allzuschnell geht die Zeit vorbei...