Freitag, 25. Juni 2010
und so viele Leute...
Wie lange hat man durchschnittlich um 250km zurueckzulegen? Ich meine auf normalen Strassen. Drei Stunden? Hier in Aethiopien hatten wir etwas laenger, nach neun Stunden Schotterstrassen, Schlagloechern und Kuehen auf der Strasse kamen wir dann auch an. Doch das war zum Glueck nur ein kleiner Abschnitt auf unserem Weg in die aethiopische Hauptstadt Addis Ababa. Man muss sagen dass die wichtigsten Strassen in einem sehr guten Zustand sind. Und an den anderen Orten wird mit Hilfe von chinesischen Strassenbauern eifrig daran gearbeitet. Das Fahren an sich ist ziemlich unterhaltsam. Sobald man in ein Dorf kommt, rennen ueberall Kinder aus den Haeusern und rufen uns "you, you, you" zu. Anscheinend kommt das urspruenglich davon, dass sie "hello, how are you" sagen wollten. Geblieben ist aber nur noch "you". Und sobald wir irgendwo schnell anhalten (um vielleicht schnell zu pinkeln...), stehen sofort zehn Leute um unser Auto. Und glaubt mir, hier sind ueberall Leute, einfach unglaublich! In den mittlerweile eineinhalb Wochen die wir hier sind, sind wir wohl noch nie zwei Minuten am Stueck gefahren ohne dass Leute am Strassenrand stehen. Leute,Esel, Kuehe, Schafe, Kamele, Hunde, alles ist auf der Fahrbahn, aber das macht das Ganze auch so interessant. Wir freuen uns jedenfalls auf noch mehr Aethiopien!!!
Freitag, 18. Juni 2010
Aethiopisches Bier gefaellig?
Nach zwei Wochen warten und rumsitzen sind wir wieder on the road. Von der Hafenstadt Wadi Halfa rasten wir 900km durch die Wueste in die sudanesische Hauptstadt Khartoum. Dort mussten wir uns ein Visum fuer Aethiopien besorgen, und natuerlich nochmals zwei Tage warten. Wir hatten auch noch Probleme mit unserem Alternator. Die Batterie wurde nicht mehr geladen und wir merkten es erst als es schon zu spaeht war und der Justy keinen Zuck mehr tat. Zum Glueck trafen wir einen einheimischen "overlander". Er hatte eine eigene Garage und half uns einen Ersatz zu suchen, am Schluss funktionierte alles wieder. Also nichts wie los nach Aethiopien. Im Sudan war es wie schon in Aegypten zwischen 45 und 50 Grad heiss und wir konnten es kaum erwarten ins aethiopische Hochland zu fahren. Der groesste Teil des Landes liegt ueber 1800muM, alles ist gruen und es ist angenehm warm. Wir fuhren zu einem bekannten Campingplatz am Lake Tana, der von einem hollaendischen Paar betrieben wird. Super wenn man nicht mehr nur Kamele und Esel sieht wie im nahen Osten. Die Artenvielfalt ist gross, wir sahen Schlangen, Skorpione, Adler, Geier und sogar Nilpferde. Letztere betrachtet man besser aus der Ferne. So friedlich wie sie aussehen sind sie leider nicht. Neben der Muecke (Malaria) ist das Nilpferd der zweithaeufigste Menschenkiller in Afrika. Ihr Fussabdruck ist so gross wie ein grosser Suppenteller und sie erreichen eine Geschwindigkeit von knapp 50km/h. Da muss auch der schnellste Sprinter einpacken...
Als wir vom Tana Lake weiterfuhren bemerkten wir, dass der Scheibenwischer (ja, hier ist Regenzeit) nur ganz langsam funktionierte. Die Uhr im Armaturenbrett war auch ziemlich schwach beleuchtet und wir ahnten Boeses: funktioniert unser Alternator schon wieder nicht mehr? Wir wussten die Antwort spaehtestens als unser Guschti den Dienst versagte. Kein Wank mehr, 30 Kilometer Schotterpiste bis zur naechsten Garage. Schnell war klar was zu tun war: Batterie ausbauen, einer geht in die Stadt um sie zu laden damit wir wenigstens dorthin fahren koennen um den Alternator zu pruefen. Natuerlich losten wir aus wer in die Stadt "darf" und wer dort warten solle. Es traf mich. Mit der Batterie im Rucksack huepfte ich in den naechsten Bus und fuhr nach Gonder. Saemi wurde es inzwischen nicht langweilig. Sobald man irgendwo anhalten muss, versammeln sich sofort 10 bis 20 Leute um das Auto. Er wurde eingeladen das einheimische "Bier" zu probieren, eine truebe, graubraune Bruehe mit "Chnoetzen" die obenaufschwimmen. Ein Genuss war es anscheinend nicht, doch der erwartete Durchfall blieb aus. Nach fuenf Stunden war ich zurueck beim Auto, doch das Problem war damit noch nicht behoben. Per Zufall fanden wir dann doch noch den Fehler, eine schlechte Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Alternator war also noch gut, wir haben ihn in Khartoum sinnlos gewechselt. Aber das ist es ja was das Reisen mit einem Auto so interessant macht...
P.S Die Internetverbindung ist leider ziemlich schlecht hier. Darum muesst ihr euch die Bilder selber vorstellen...
Als wir vom Tana Lake weiterfuhren bemerkten wir, dass der Scheibenwischer (ja, hier ist Regenzeit) nur ganz langsam funktionierte. Die Uhr im Armaturenbrett war auch ziemlich schwach beleuchtet und wir ahnten Boeses: funktioniert unser Alternator schon wieder nicht mehr? Wir wussten die Antwort spaehtestens als unser Guschti den Dienst versagte. Kein Wank mehr, 30 Kilometer Schotterpiste bis zur naechsten Garage. Schnell war klar was zu tun war: Batterie ausbauen, einer geht in die Stadt um sie zu laden damit wir wenigstens dorthin fahren koennen um den Alternator zu pruefen. Natuerlich losten wir aus wer in die Stadt "darf" und wer dort warten solle. Es traf mich. Mit der Batterie im Rucksack huepfte ich in den naechsten Bus und fuhr nach Gonder. Saemi wurde es inzwischen nicht langweilig. Sobald man irgendwo anhalten muss, versammeln sich sofort 10 bis 20 Leute um das Auto. Er wurde eingeladen das einheimische "Bier" zu probieren, eine truebe, graubraune Bruehe mit "Chnoetzen" die obenaufschwimmen. Ein Genuss war es anscheinend nicht, doch der erwartete Durchfall blieb aus. Nach fuenf Stunden war ich zurueck beim Auto, doch das Problem war damit noch nicht behoben. Per Zufall fanden wir dann doch noch den Fehler, eine schlechte Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Alternator war also noch gut, wir haben ihn in Khartoum sinnlos gewechselt. Aber das ist es ja was das Reisen mit einem Auto so interessant macht...
P.S Die Internetverbindung ist leider ziemlich schlecht hier. Darum muesst ihr euch die Bilder selber vorstellen...
Donnerstag, 10. Juni 2010
Langeweile?
Gebt mal bei google Langeweile ein!
Langeweile (früher lange Weile), österr. auch Fadesse, ist in der Grundbedeutung das Gefühl, dass die Zeit ungewöhnlich langsam vergeht, hervorgerufen durch völlige Untätigkeit und fehlende Ablenkung. Diese subjektive Wahrnehmung führt häufig zu Empfindungen der Unlust. Der Zustand der Langeweile ist negativ bezeichnet, im Unterschied zur Muße. In der Philosophie des Existentialismus ist Langeweile ein Grundzustand der menschlichen Existenz.
Wir warten und warten und warten und... Na ja, eigentlich ist alles halb so schlimm. Das Boot mit unseren Auto's ist zwar noch angekommen, doch wir haben ja alle Zeit der Welt. Vielleicht im Gegensatz zu unseren Freunden aus Norwegen. Sie moechten an die WM nach Suedafrika und haben Tickets fuer das Spiel Daenemark- Japan am 24. Juni. Und es sind doch noch einige Tausend Kilometer, das gibt die eine oder andere Nachtfahrt... Irgendwie ist es ganz unterhaltsam mit all den Leuten hier. Es sind Leute aus Oesterreich, Norwegen, England, Australien, Neuseeland, Uganda, Holland, Amerika, Polen und wohl noch aus anderen Laendern hier. Bis wir alle Raeubergeschichten ausgetauscht haben, kann also noch etwas Zeit vergehen. Oder man kann eine Rundfahrt um Wadi Halfa machen in einem Tuctuc. Und dann ist ja immer noch die arabische Sprache die wir lernen koennten. Doch wir sind noch nicht ueber die Zahlen eins bis zehn und einige Hoeflichkeits- floskeln hinaus gekommen. Doch eigentlich hoffen wir nicht dass wir so lange bleiben bis wir fliessend arabisch sprechen.
Mittwoch, 9. Juni 2010
Sudan!!!
Juhui, ums gleich vorne wegzunehmen: Wir sind im Sudan, genauer gesagt in Wadi Halfa. Doch wir mussten ziemlich viel Geduld beweisen bis wir hier waren.
Wir waren froh als wir am Montag Morgen unsere Sachen packen konnten und uns auf den Weg zur Faehre machten. Zweieinhalb Wochen verbrachten wir in Aegypten und sagen wir's mal so, wir werden es nicht vermissen. Die Leute dort wollen dir immer helfen, aber nur gegen Bargeld, leider. Man wird dauernd angehauen ob man irgendwelche Touren machen oder Souvenirs kaufen moechte. Und die Leute sind geradewegs penetrant und sehr hartnaeckig. Dazu kommt dass sie dich bei jeder Gelegenheit ueber den Tisch ziehen wollen und bei Touristen Preise weit weg von gut und boese verlangt werden. Leider ist dieses Bild auch bei anderen Reisenden nicht besser, sehr schade. Doch genug gejammert, es hat uns gut getan dass wir das mal erlabt haben.
Wir waren also am Montag am Hafen und nach einer sehr schnellen Passkontrolle durften wir als erste auf das Schiff. Auf dem Oberdeck breiteten wir uns aus und spannten Leintuecher und Decken auf um uns gegen die Sonne zu schuetzen. Bei knusprigen 45 Grad warteten wir dann mal eben sechseinhalb Stunden bis wir wirklich ablegten. In dieser Zeit wurde die Faehre und ein Beiboot mit Waren beladen die in den Sudan sollten. Wer's nicht gesehen hat kann sich's kaum vorstellen wie es zu und hergeht. Alles, wirklich alles wird von Hand oder auf Schubkarren hergebracht, kein Kran, keine Maschinen. Zum Glueck hatten wir Schatten, an barfusslaufen auf dem heissen Stahldeck war nicht zu denken. Mit uns waren noch mehr Afrikareisende: Clemens und Elias aus Oesterreich, Jarle und Jomar aus Norwegen, Paul, Liz, Darren, Bonnie, Roger und Obia aus England und Kinkay aus Japan, er faehrt mit dem Velo nach Kape Town (viel Spass...). Die Nacht auf dem Oberdeck war erwartungsgemaess nicht wirklich komfortabel, doch das nimmt man in Kauf. Am Dienstag um etwa 11.30 waren wir dann in Sichtweite des sudanesischen Hafens, um 17.00 immer noch... Es gab irgendein Problem, so warteten wir nochmals einige Stunden unter der gemuetlich warmen, afrikanischen Sonne... Doch es geht immer irgendwie weiter und wir kamen dann doch noch an Land. Lieber spaet als nie.
In Wadi Halfa, der Hafenstadt, duerfen wir nun nochmals etwas warten. Unsere Autos mussten mit einem anderen Boot in den Sudan fahren. Und dieses Boot wird vielleicht heute, vielleicht morgen oder irgendwann hier eintreffen. Erst dann sehen wir unseren Guschti wieder und die Reise durch das "richtige" Afrika kann losgehen!
P.S Das Internet ist etwas langsam hier, weshalb wir nicht allzuviele Bilder hochladen koennen. Aber schaut doch mal auf Jarle's Seite: www.betsy.no Da sind mehr Bilder von uns!
Es gibt noch mehr Websites von unseren Freunden: http://transafrika.at oder auch www.afritracks.com http://www.crabtocape.org.uk/
Freitag, 4. Juni 2010
danke, thank you, shukran
Wir sind immer noch in Aswan. Die naechste Faehre sollte am Montag in den Sudan abfahren, bis dann muessen wir uns noch gedulden. Das Ganze ist hier nicht so einfach. Es gibt nur ein Buero wo man zu Tickets kommt, und dort ist ein Mann, der allmaechtige Mr. Salah, der alle Faeden in der Hand hat. Man kann sich grundsaetzlich nirgens informieren und auf nichts verlassen. Die Plaetze auf dem Schiff sind zudem sehr begehrt und es sind nur 9 Autoplaetze vorhanden. Wir haben oft gelesen dass man einige Tage einplanen soll um den ganzen Papierkram zu erledigen, darum waren wir schon am letzten Montag hier. Vor dem Buero spielten sich dann aber unglaubliche Szenen ab: im Moment sollen etwa 150 Sudanesen hier festsitzen weil die Faehre hilflos ueberlastet ist. An einem kleinen Schalter kaempften alle um ein Ticket in die Heimat. Es wurde geflucht (es toente wenigstens so), gedraengelt und einige wurden sogar handgreiflich zu den Angestellten. Diese Leute wollen nur nach Hause zu ihren Familien. Und dann kommen wir, reichen Westeuropaeer, und wollen sogar noch mit einem Auto drauf. Da macht man sich irgendwie schon seine Gedanken... Mr. Salah hat uns dann sein Wort gegeben dass wir einen Platz haben werden, doch wir werden es erst wissen, wenn wir drauf sind...
Wir moechten uns an dieser Stelle mal bei einigen Leuten bedanken. Wir durften vor unserer Reise auf die Hilfe von vielen Freunden und Bekannten zaehlen. Einige wollen wir hier mal erwaehnen: Danke... ..dem Team der UW-Garage in Neu St. Johann, die unseren Justy nochmal auf Vordermann gebracht haben, ...Sutter Sport Alt St. Johann fuer die Versorgung mit Bekleidung aller Art, ...der Firma Braendle Feuerwehrautobau dass wir den Justy safaritauglich machen konnten, ...der Velometzg Unterwasser fuer die Hilfe bei den letzten Vorbereitungen, ...der Familie Dauru fuer die gespendeten Almosen, ...Rudolf Waelli fuer die gesponsorte Seilwinde, ...Andrea und Hansruedi Grob mit dem ganzen Team der Arztpraxis Churfirsten in Wildhaus fuer die Tips und die guten Durchfallmedikamente :-), ...dem Montage-Team der Firma Berhalter fuer die "do-muesch-nur-no-Wasser-dralaehrae-Menues" und allerlei reisetauglichen Hilfsmitteln und ...Rolli Strehler fuer den super Whiskey!
Und allen die ich jetzt vergessen habe. Ihr wisst schon was ich meine, thank you!!!
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