Freitag, 18. Juni 2010

Aethiopisches Bier gefaellig?

Nach zwei Wochen warten und rumsitzen sind wir wieder on the road. Von der Hafenstadt Wadi Halfa rasten wir 900km durch die Wueste in die sudanesische Hauptstadt Khartoum. Dort mussten wir uns ein Visum fuer Aethiopien besorgen, und natuerlich nochmals zwei Tage warten. Wir hatten auch noch Probleme mit unserem Alternator. Die Batterie wurde nicht mehr geladen und wir merkten es erst als es schon zu spaeht war und der Justy keinen Zuck mehr tat. Zum Glueck trafen wir einen einheimischen "overlander". Er hatte eine eigene Garage und half uns einen Ersatz zu suchen, am Schluss funktionierte alles wieder. Also nichts wie los nach Aethiopien. Im Sudan war es wie schon in Aegypten zwischen 45 und 50 Grad heiss und wir konnten es kaum erwarten ins aethiopische Hochland zu fahren. Der groesste Teil des Landes liegt ueber 1800muM, alles ist gruen und es ist angenehm warm. Wir fuhren zu einem bekannten Campingplatz am Lake Tana, der von einem hollaendischen Paar betrieben wird. Super wenn man nicht mehr nur Kamele und Esel sieht wie im nahen Osten. Die Artenvielfalt ist gross, wir sahen Schlangen, Skorpione, Adler, Geier und sogar Nilpferde. Letztere betrachtet man besser aus der Ferne. So friedlich wie sie aussehen sind sie leider nicht. Neben der Muecke (Malaria) ist das Nilpferd der zweithaeufigste Menschenkiller in Afrika. Ihr Fussabdruck ist so gross wie ein grosser Suppenteller und sie erreichen eine Geschwindigkeit von knapp 50km/h. Da muss auch der schnellste Sprinter einpacken...

Als wir vom Tana Lake weiterfuhren bemerkten wir, dass der Scheibenwischer (ja, hier ist Regenzeit) nur ganz langsam funktionierte. Die Uhr im Armaturenbrett war auch ziemlich schwach beleuchtet und wir ahnten Boeses: funktioniert unser Alternator schon wieder nicht mehr? Wir wussten die Antwort spaehtestens als unser Guschti den Dienst versagte. Kein Wank mehr, 30 Kilometer Schotterpiste bis zur naechsten Garage. Schnell war klar was zu tun war: Batterie ausbauen, einer geht in die Stadt um sie zu laden damit wir wenigstens dorthin fahren koennen um den Alternator zu pruefen. Natuerlich losten wir aus wer in die Stadt "darf" und wer dort warten solle. Es traf mich. Mit der Batterie im Rucksack huepfte ich in den naechsten Bus und fuhr nach Gonder. Saemi wurde es inzwischen nicht langweilig. Sobald man irgendwo anhalten muss, versammeln sich sofort 10 bis 20 Leute um das Auto. Er wurde eingeladen das einheimische "Bier" zu probieren, eine truebe, graubraune Bruehe mit "Chnoetzen" die obenaufschwimmen. Ein Genuss war es anscheinend nicht, doch der erwartete Durchfall blieb aus. Nach fuenf Stunden war ich zurueck beim Auto, doch das Problem war damit noch nicht behoben. Per Zufall fanden wir dann doch noch den Fehler, eine schlechte Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Alternator war also noch gut, wir haben ihn in Khartoum sinnlos gewechselt. Aber das ist es ja was das Reisen mit einem Auto so interessant macht...

P.S Die Internetverbindung ist leider ziemlich schlecht hier. Darum muesst ihr euch die Bilder selber vorstellen...

1 Kommentar:

  1. "...eine Art Bier aus vergorenem Maniok: Die Frauen kauen die Maniokstücke, spucken den Brei in einen grossen Topf und giessen Wasser hinzu. Bestimmte Enzyme im Speichel lösen den Gärungsprozess aus. (...)"

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